Der filmische Urbanismus der Brüder Kaufman
Globaler Kontext und persönliche Visionen
DOI:
https://doi.org/10.17892/app.2025.00020.315Schlagworte:
Dziga Vertov, Michail Kaufman, sowjetisches Kino, Stadtsinfonie, sozialistischer Stadtraum, Urban Film Studies, visuelle Urbanistik, Kinoglaz, Cine-EyeAbstract
Dieser Beitrag diskutiert die Stadtsinfonie als Genre aus der Perspektive der Urban- und Filmwissenschaften und konzentriert sich dabei auf das Zusammenspiel von filmischer Form und der Produktion sozialistischer Stadträume. Anstatt kanonische Werke wie Ljudyna z kinoaparatom / Der Mann mit der Kamera (Dziga Vertov, 1929) als isolierte Meisterstücke zu behandeln, verortet der Artikel sie in einem größeren Netzwerk von Filmen und Filmschaffenden, darunter Michail Kaufman, Alberto Cavalcanti und Jean Vigo. Mittels Sequenz-für-Sequenz-Analyse, historischer Kontextualisierung und Diskursanalyse wird gezeigt, dass gemeinsame filmische Tropen – etwa rhythmische Montage, polyphone Struktur und die Stadt als Protagonistin – eine schlüssige Zuschreibung zur Stadtsinfonie erlauben, obwohl das Genre nur schwer zu fassen ist. Besonderes Augenmerk gilt den kontrastierenden urbanen Imaginationen der Brüder Kaufman, insbesondere in Moskva: Probeg Kino-Glaza / Moskau: Ein Wettlauf des Kino-Auges (1927), Der Mann mit der Kamera und Navesni / Im Frühling (1930) als divergierender Visionen utopischer, sozialistischer Urbanistik. Der Artikel argumentiert, dass diese Filme alternative räumliche und ideologische Realitäten nicht nur widerspiegeln, sondern auch vermitteln – Realitäten, die sowohl auf der Leinwand als auch im kulturellen Gedächtnis fortbestehen.
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