Rotes Heidekraut, das aus Beton wuchs
Ein Interview mit den Mitbegründerinnen des belarusischen Filmkritikerinnenpreises Red Heather
DOI:
https://doi.org/10.17892/app.2026.00022.439Schlagworte:
Belarus, belarusisches Kino, Proteste von 2020, belarusischer Filmkritiker*innenpreis Red Heather, Kino im Exil, FilmkritikAbstract
Der belarusische Filmkritiker:innenpreis Red Heather [Čyrvony veras] ist der einzige belarusische Filmpreis, der derzeit im Exil tätig ist. Er wurde als Reaktion auf die brutale Niederschlagung der Massenproteste durch das autoritäre belarusische Regime im Jahr 2020 gegründet. Die darauffolgende Repressionswelle und die Verschärfung der politischen Verfolgung in Belarus führten zur erzwungenen Emigration vieler Mitglieder der Filmschaffenden-Community, zur Schließung unabhängiger Produktions- und Distributionsorte in Belarus sowie zur Notwendigkeit neuer Filminstitutionen, Unterstützungsstrukturen und beruflicher Selbstorganisation außerhalb von Belarus. Die Mission von Red Heather besteht darin, die Leistungen belarusischer Filmemacherinnen hervorzuheben und zu fördern, die Sichtbarkeit des belarusischen Kinos zu erhöhen und „zur Stärkung der belarusischen Filmcommunity beizutragen, die beispiellosem Druck und außergewöhnlichen Schwierigkeiten ausgesetzt ist“. Red Heather präsentiert belarusisches Kino, das in Belarus und in der Diaspora entsteht, in fünfzehn Nominierungen und in unterschiedlichen Formaten: Kurz- und Langfilme, Spiel- und Dokumentarfilme, Animationen und Reportagen. Red Heather fungiert als wichtiger Knotenpunkt der Zusammenarbeit zwischen Filminstitutionen in der Europäischen Union und belarusischen Filminstitutionen im Exil.
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